Immobilienpreise in Polen 2026: Ein Markt im Aufwind
Der Immobilienmarkt im Jahr 2026 ist geprägt von einer Phase der gesunden Konsolidierung und moderatem Wachstum. Nach den extremen Preissprüngen der Jahre 2023 und 2024 hat sich das Marktumfeld stabilisiert. Experten gehen für 2026 von einer durchschnittlichen Wertsteigerung zwischen 3 % und 6 % aus, wobei Top-Lagen in Metropolen oft darüber liegen.
Warum steigen die Preise weiter?
Es gibt mehrere fundamentale Faktoren, die das Preisniveau stützen:
- Wohnungsmangel: Trotz reger Bautätigkeit fehlen in Polen schätzungsweise immer noch über 700.000 Wohneinheiten.
- Wirtschaftswachstum: Polen bleibt der “Wachstums-Tiger” der EU mit einem prognostizierten BIP-Anstieg von über 3 % für 2026.
- Sinkende Zinsen: Die Polnische Nationalbank (NBP) hat den Leitzins schrittweise gesenkt, was Hypotheken für die breite Bevölkerung wieder erschwinglicher macht.
- EU-Fördermittel: Massive Investitionen aus dem Wiederaufbaufonds (KPO) fließen in die Infrastruktur und den Energiesektor, was Standorte aufwertet.
Regionale Preisunterschiede: Wo lohnt sich der Kauf?
Polen ist kein homogener Markt. Die Kluft zwischen den prosperierenden Woiwodschaften im Westen und Zentrum sowie den ländlicheren Gebieten im Osten bleibt bestehen, schließt sich jedoch langsam durch massive Infrastrukturprojekte.
Die Top-Regionen im Vergleich
Hier ist eine Übersicht der durchschnittlichen Quadratmeterpreise (Wohnungen) nach Woiwodschaften für das Jahr 2026:
| Woiwodschaft | Hauptstadt | Durchschnittspreis (PLN/m²) | Trend |
| Masowien | Warschau | ~16.800 – 17.500 | Steigend |
| Kleinpolen | Krakau | ~15.800 – 16.200 | Stabil |
| Pommern | Danzig | ~14.200 – 14.800 | Steigend |
| Niederschlesien | Breslau | ~13.100 – 13.700 | Steigend |
| Großpolen | Posen | ~10.500 – 11.000 | Moderat |
| Schlesien | Kattowitz | ~8.100 – 8.500 | Moderat |
| Łódź | Lodz | ~9.500 – 9.900 | Stark steigend |
Fokus auf Großstädte: Preise und Entwicklungen
Die Urbanisierung treibt die Preise in den großen Metropolen unaufhaltsam voran. Hier konzentrieren sich ausländische Investoren und junge Fachkräfte.
1. Warschau (Warszawa) – Das Finanzzentrum
Warschau bleibt der unangefochtene Spitzenreiter. In zentralen Lagen wie Śródmieście oder Wola sind Preise von 25.000 PLN/m² keine Seltenheit mehr. Der Ausbau der Metrolinie M2 und die Planungen für die M3 sorgen dafür, dass auch Randbezirke wie Bemowo oder Ursus im Jahr 2026 enorme Wertzuwächse verzeichnen.
- Durchschnitt 2026: ca. 17.200 PLN/m²
- Prognose: Weiteres Wachstum durch Zuzug internationaler Konzerne.
2. Krakau (Kraków) – Kultur und IT
Krakau ist nach wie vor der wichtigste Hub für Business Process Outsourcing (BPO) und IT. Die begrenzte Verfügbarkeit von Bauland im historischen Zentrum hält das Angebot knapp.
- Durchschnitt 2026: ca. 16.000 PLN/m²
- Prognose: Stabilisierung auf hohem Niveau, Fokus auf Premium-Sanierungen.
3. Breslau (Wrocław) – Die Stadt der Innovation
Breslau hat sich als Zentrum für Technologie und Logistik etabliert. Die Lebensqualität zieht viele junge Familien an, was die Nachfrage nach größeren Wohnungen (3-4 Zimmer) steigert.
- Durchschnitt 2026: ca. 13.500 PLN/m²
- Prognose: Stetiges Wachstum, besonders in den wassernahen Stadtteilen.
4. Danzig & Dreistadt (Gdańsk, Gdynia, Sopot)
Der Küstenmarkt profitiert von einem Mix aus Erstwohnsitzen und Ferienimmobilien. Sopot bleibt mit Quadratmeterpreisen, die oft über Warschau liegen, das exklusivste Pflaster Polens.
- Durchschnitt (Danzig) 2026: ca. 14.500 PLN/m²
Prognosen zur zukünftigen Entwicklung bis 2030
Blickt man über das Jahr 2026 hinaus, zeigen die Indikatoren ein weiterhin positives Bild für Immobilienpreise in Polen 2026 und danach.
Faktoren für die Langfristprognose:
- Energetische Sanierung: Ab 2026 werden EU-Vorgaben zur Energieeffizienz (EPBD) den Markt spalten. Neubauten und energetisch optimierte Bestandsgebäude werden deutlich im Wert steigen, während unsanierte Altbauten Preisabschläge hinnehmen müssen.
- Demografie: Während die Gesamtbevölkerung leicht schrumpft, wächst die Anzahl der Single-Haushalte in den Städten. Dies sorgt für eine konstante Nachfrage nach Mikro-Apartments und 2-Zimmer-Wohnungen.
- Mietmarkt: Die Renditen für Vermieter (Yields) liegen in Städten wie Lodz oder Kattowitz bei attraktiven 6–7 %. In Warschau sind sie mit 5 % etwas niedriger, dafür ist die Wertsteigerung der Immobilie selbst höher.
Experten-Tipp: “Im Jahr 2026 ist nicht mehr die Frage, ob man in Polen kauft, sondern wo. B-Städte wie Lodz oder Stettin bieten derzeit das beste Verhältnis zwischen Kaufpreis und Mietrendite.”
Fazit: Lohnt sich der Einstieg 2026?
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der polnische Immobilienmarkt erwachsen geworden ist. Die Zeiten spekulativer Übertreibungen sind vorbei, was den Markt für langfristig orientierte Anleger sicherer macht.
Die Immobilienpreise in Polen 2026 spiegeln die wirtschaftliche Stärke des Landes wider. Wer in moderne, energieeffiziente Objekte in Ballungszentren investiert, kann mit einer soliden Wertsteigerung und stabilen Mieteinnahmen rechnen. Besonders die Kombination aus steigender Kaufkraft der Polen und dem anhaltenden Wohnungsmangel macht Polen zu einem der attraktivsten Standorte in Mittel- und Osteuropa.
